Künstler*innen:
Johanna Wakolbinger, Kater D., NIZEN, Rudolf Fitz
PUBLIC INTIMACIES
POP-UP AUSSTELLUNG
28.-30.11.2025 I OPENING: 27.11.2025
Piaristengasse 6-8, 1080 Wien
Das Private tritt ins Offene, das Öffentliche wird intim.
„Public Intimacies“ versammelt vier junge künstlerische Positionen aus Wien, die alltägliche Begegnungen, urbane Strukturen und persönliche Eindrücke in Kompositionen verwandeln, in denen Nähe und Distanz, Vertrautheit und Fremdheit ineinander übergehen.
RUDOLF FITZ fängt in seinen Arbeiten die unscheinbaren Ikonen der Wiener Stadtlandschaft ein: alte Schriftzüge, Geschäftslokale, Würstelstände, Kaugummiautomaten. Es sind Motive, die man im Vorbeigehen übersieht – und die bei Fitz zu stillen Hauptfiguren werden. Seine Bilder wirken vertraut, doch nie ganz greifbar. Sie basieren weniger auf konkreter Darstellung als auf einem „malerischen Gedächtnis“: Erinnerungen, die sich verselbstständigen, Orte, an denen Wunschdenken und Wirklichkeit ineinander verwischen.
Nostalgie und Ironie stehen sich nicht im Weg, sondern teilen sich die Bildfläche. Fitz malt keine Abbilder, sondern Erinnerungsbilder – fiktionale Realitäten, in denen das Lokale zum kollektiven Gefühl wird.

KATER D. arbeitet mit dem, was andere übersehen oder wegwerfen: Alltagsstoffe, Textilien, Skizzen, Fotos, Fundstücke – bis hin zu (Katzen-)Haaren. Dieses stetig wachsende Materialarchiv bildet die Grundlage ihrer künstlerischen Praxis, in der Malerei, Objekt und Collage ineinanderfließen. In der Serie „Straßenperlen“ richtet sich der Blick auf den urbanen Alltag: auf flüchtige Wahrnehmungen, beiläufige Strukturen und das ästhetische Eigenleben der Straße.
„Ziki in Rot“ verwandelt einen rot-gestreiften Frotteestoff in einen Malgrund, eine überlebensgroße Zikade evoziert ein hartnäckiges Sommergeräusch – das Material und Motiv verschmelzen zu einer sinnlich-haptischen Momentaufnahme. Das Alltägliche verliert seine Funktion, aber behält seine Intimität – und wird zum Bildträger für eine sehr persönliche Form des Sehens.
JOHANNA WAKOLBINGER übersetzt Emotionen, Erinnerungen und Stimmungen in ein visuelles Vokabular zwischen Abstraktion und Andeutung. Acryl, Ölkreide, Zeichnung – Schicht um Schicht entstehen vibrierende Oberflächen, in denen sich flüchtige Figuren, Objekte oder Satzfragmente zeigen.
Ihre Malerei wirkt wie ein visuelles Tagebuch – unmittelbar, persönlich, intim. Mit einer Strickliesel gefertigte Garnformen fügen sich als plastische Elemente in die Bildkomposition ein – zart, aber bestimmend. In „little bits“ arbeitet Wakolbinger mit bemalten PVC-Folien, die durch Hitze geschrumpft und mit zarten Ketten verbunden sind: ein Zusammenspiel von Fragmenten, die sich zu einem empfindsamen Ganzen fügen und zugleich eine feine Fragilität bewahren.
NIZEN arbeitet mit einer urbanen Ästhetik, die sich durch Klarheit und reduzierte Formen auszeichnet. In den Werken „Beach View“, „Sea View“ und „Lake View“ thematisiert er den Begriff der „Aussicht“ – nicht nur im wörtlichen Sinn, sondern als Symbol für Begehren, Besitz und soziale Distanz. Die titelgebenden Ausblicke erinnern an Immobilienanzeigen, in denen der Blick aufs Wasser zum Luxusversprechen wird. Doch NIZEN unterwandert diese Ästhetik: Er malt nicht mit feinen Pinseln, sondern mit Besen, Schwämmen und anderen Reinigungsutensilien – Werkzeuge derjenigen, die die glänzenden Oberflächen tatsächlich instandhalten.
Seine Arbeiten verhandeln so nicht nur das urbane Sehen, sondern auch, wie Intimität und Sichtbarkeit in sozialen Räumen voneinander abhängen. Durch die integrierten Vorhänge und Gardinen wird der Blick selbst zum Spiel von Verbergen und Enthüllen, von Innen und Außen.
Gemeinsam erkunden die Arbeiten die durchlässigen Schwellen von Persönlichem und Kollektivem, Intimität und urbaner Wirklichkeit. „Public Intimacies“ zeigt, dass Kunst genau dort entsteht, wo das Intime öffentlich wird – und Resonanz schafft.
Alle Fotos: © Teresa Wagenhofer
























